Im Portrait: Die Netzwerkaktivistin Fatima Maged

Fatima Maged du bist BFDlerin und Redakteurin bei Radio T in Chemnitz. Welche Wörter beschreiben dich?

Laut, lachend und tollpatschig.

Was ist wichtig über dich zu wissen, wenn man dich kennenlernen möchte?

Kommunikation ist für mich das Wichtigste. Aber zu deiner Frage was man über mich wissen sollte: Ich hatte eine sehr schwierige Kindheit, gezeichnet von Gewalt und auch von ganz vielen Krankenhausaufenthalten und Operationen. Das heißt nicht so eine leichte Kindheit und deswegen muss ich immer versuchen, positiv zu bleiben. Jede:r hat in seinem Leben Scheiße erfahren. Manche weniger, manche mehr. Ich gehöre leider zu den Leuten die mehr erfahren haben, aber eine Scheiß-Kindheit ist keine Ausrede, um ein Scheiß-Mensch zu sein oder halt Trübsal zu blasen. Ich muss sehr oft kämpfen, um positiv zu bleiben. Gerade im letzten Jahr musste ich mir meine Positivität zurück erkämpfen.

Was sind Themen, die dir sehr wichtig sind?

Integration, Inklusion, Kinderrechte, Psychologie, Feminismus und Tierrechte.

Du hast im Juli die Redaktion SpeakL_out gegründet. Was für ein Konzept steht hinter der Sendung?

Im Diskurs über Menschen mit Migrationshintergrund wird immer noch stark über sie statt mit ihnen gesprochen. Migrantin:innen werden immer noch nicht genug in Themen einbezogen, die unser aller Miteinander gestalten. Was zur Folge hat, dass betroffene Personen sich nicht verstanden oder sich gar in einer Ecke gedrängt fühlen, was einen gerechten Austausch über Diversität schwierig macht.

SpeakL_out soll ein Gegenpol zu dieser Entwicklung sein. Gemeinsam wollen wir unsere Stadt diverser gestalten und Vorurteile abbauen. Wir wollen interkulturelle Vernetzung schaffen, ohne sich dabei selbst zu verleugnen.

Du bist Teil vom netzwerk medien.vielfalt!. Was sind da deine unterschiedlichen Rollen?

Also ich bin die Koordinatorin von „SpeakOutLoud!“ in Chemnitz und ich möchte gerne in den Verein eintreten, der sich aus dem Netzwerk heraus neu gründet. Im Allgemeinen finde ich es gut, dass es ein Netzwerk gibt, welches Migrant:innen zeigt, dass sie nicht alleine sind.

Und warum ich jetzt Mitglied von diesem Verein werden möchte ist, dass natürlich so ein Verein für Migrant:innen auch von Migrant:innen in irgendeiner Art und Weise geführt werden muss. Migrant:innen verstehen Migrant:innen besser als nicht Migrant:innen. Nicht nur die redaktionelle Ebene soll vielfältig sein, sondern auch die Vereinsebene, die Ebene darüber soll divers und vielfältig werden. Wenn ich mit den tausenden Randgruppen in mir den verein vielfältiger und bunter machen kann, dann ergreife ich natürlich die Gelegenheit und mach das!

Was ist deine Meinung zur Colourful Voices und dem netzwerk medien.vielfalt! ?

Es ist etwas, was schon längst hätte passieren müssen, auch schon vor 2020 und auch schon vor 2016! Es ist ein Netzwerk, welches es schon immer hätte geben müssen!

Was ist dein Wunsch für die Zukunft des Netzwerks und auch deine Zukunft im Netzwerk?

Für das Netzwerk wünsche ich mir mehr Öffentlichkeit. Man kommt ja nur über Freie Radios oder über Kontakte zu uns ins Netzwerk. Das war ja bei mir auch so. Ich wünsche mir, dass wir präsenter werden in der Mainstream-Medienlandschaft, dass auch konservativere Migrant:innen dieses Netzwerk finden und dadurch vielleicht ihr Gedankengut öffnen und bunter anstreichen. Und auf mich bezogen: ich wünsche mir, dass das Netzwerk mit meiner Arbeit zufrieden ist und ich will das Netzwerk weiter voranbringen.

Zur ersten Sendung von SpeakL_out: https://2022.radiot-chemnitz.de/extern/mediathek/10-07-2022-14Uhr.mp3